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Konzept - Austieg aus der Spiele - Onlinesucht

Im Grunde ist das Standby PC - Projekt ein Reiseprojekt mit dem Schwerpunkt den gesunden Umgang mit Bildschirmmedien zu erlernen.

So ist auch der Ablauf des Projektes auf den ersten Blick wie der des Reiseprojektes. Spezifisch für dieses Standby PC - Projekt ist der in Stufen vollzogene Verzicht auf den Bildschirm und das gleichzeitige Erfahren von realer Welt mit ihren Chancen.

Verlauf

Phase I Kennenlernen und Einschätzung

Einige Tage vor der Reise leben die Teilnehmer bei uns im Haus, um erst einmal anzukommen, sich und uns kennenzulernen und einzuschätzen. Es zeigt sich erfahrungsgemäß sehr schnell, ob die Chemie stimmt und ob ein Kind auch fähig ist, eine Reise anzutreten. Hier beginnt auch schon die Einschränkung der Bildschirmmedien.

* Umgang mit Medien drastisch einschränken, Zeiten vereinbaren, langsames Entwöhnen, aufkommende sekundäre psychische Problematiken erkennen (Depression, soziale Ängste, etc.) und besprechen.

 

Phase II Beginn der Reise

* Planung der Reise, Einkauf, packen und verstauen des Equipments und der eigenen Sachen

* Überlegen ob und welche Bildschirmmedien man mitnehmen will oder besser da lässt.

* Begleitetes Abschied nehmen (wenn dies nicht schon vorher geschehen ist).

 

Phase III / Reisealltag erlernen

* Wo gehört was hin, Aufgabenverteilung (wer macht was wann, erste Eindrücke sammeln, sich orientieren)

* Regeln aufstellen und lernen, Konsequenzen tragen, Zusammenhalt üben

* Öffnung für Welt und Unbekanntes (Beobachten lernen, sich auf das Fremde einlassen, Einfügen in die Gemeinschaft)

* Raus aus dem Egoismus, dem Mittelpunktsdenken

* Kurze Zeiten des Medienkonsums vereinbaren, die sich nicht mit den Aufgaben schneiden - Belohnung - nach Absprache

 

Phase IV / Leben ohne Bildschirm

* Durch körperliche und geistige Aktivitäten draußen in der Natur den Medienkonsum immer weiter einschränken

* Abgeben aller Medien, Reflektion, Dauer eine Woche

* Verzicht auf die Medien (Heimschicken aller technischen Geräte)

* Genießen der neuen Freiheit

* Weniger ist oftmals mehr (Lagerfeuer beraten, mit Spielen Langeweile vertreiben, einfach mal relaxen - keine Reizüberflutung)

* Selbstinitiative ergreifen (mal was ohne Aufforderung machen), Vertrauen erlernen, Grenzen ausloten, Stärken erfahren, Ursache - Wirkungsprinzip erkennen, inneren Schweinhund besiegen, Erfolg haben, den Körper erfahren - auspowern

 

Phase V / Reflexion

* Erkennen des Selbstseins - Selbstbestimmheit fühlen - in die Eigenverantwortung gehen - Hilfestrategien entwickeln

- Vergangenheit / Was war?

- Gegenwart / Was ist und was kann ich tun?

- Zukunft / was wünsche ich mir und was gebe, was lasse ich dafür?

* Genießen lernen anstatt "sinnlos" faulenzen, Abstand gewinnen, einen Blick von Außen ermöglichen, Erfahrungen besprechen und reflektieren

* Selbstkontrolle üben

 

Phase VI / Heimkommen Wiedersehen

* Heim kommen, auspacken der während der Reise nach Hause geschickten Bildschirmmedien und die Gefühle besprechen, sinnvollen und gesunden Umgang mit Medien üben (Dauer selbst bestimmen, dann reflektieren ob das richtig und sinnvoll war - Selbstkontrolle (Selbstrefexion, Eigenverantwortung), Vorbereitung auf das Wiedersehen

* Begleitetes Wiedersehen und Reflektion mit den Angehörigen

* Beratung - Evaluierung ob weiterhin Hilfebedarf besteht und in welcher Form.